Ein letztes Haus aus Erde – mehr als nur ein Behältnis, geformt für Asche und Erinnerung.
Diese Urnen sind aus Ton geformt – aus Erde, die sich greifen lässt. Manchmal stammt sie aus der Nähe, aus einem bestimmten Hang, einem Ufer, einem Feld. So wird der Ort nicht nur Erinnerung, sondern Material: geerdet, konkret, still.
Ton ist ein uraltes Gefässmaterial. Er trägt seit Jahrtausenden Wasser, Korn, Feuer – und bewahrt, was man nicht verlieren will. Als Urne ist Ton nicht nur Hülle, sondern Haltung: Er ist mineralisch, formbar, beständig und zugleich offen für Zeit. Er altert nicht als Defekt, sondern als Prozess. In ihm liegt eine Würde, die weder glänzen noch behaupten muss.
Gebrannt und geschmaucht werden die Gefässe im Ofen – oft draussen, im Feld. Das Feuer ist dabei nicht Effekt, sondern Arbeit: Reinigung, Verdichtung, Umwandlung. Der Rauch schreibt Spuren auf die Oberfläche, wie ein Archiv des Brennens. Verwendet wird Holz, das nicht eigens gefällt ist, sondern von Wind und Jahreszeit gegeben: gefallenes Holz, Teil des Kreislaufs. Es nährt das Feuer, das den Ton härtet – Erde und Baum begegnen sich noch einmal im gleichen Vorgang.
„Schlafende Erden“ nennen wir die Urnen und benennen was sie sein will: ein ruhendes Gefäs für eine endliche Spur. Die Asche in der Urne ist nicht mehr Körper, aber auch nicht nichts. Sie ist konzentriertes Mineral, das bleibt, wenn das Lebendige gegangen ist. Im Grab, unter der Erde, wirken Feuchtigkeit, Temperatur, Druck und Zeit. Was trocken war, wird wieder Teil eines Milieus. Nicht als Rückkehr in ein altes Leben, sondern als Übergang in neue Bedingungen: Stoffe binden sich, lösen sich, werden aufgenommen. So wird aus dem Ende keine Geschichte des Verschwindens, sondern eine des Werdens – wie im Jahreskreislauf, in dem das Abgeworfene nicht verloren ist, sondern Voraussetzung.
Diese Urnen stehen in einer langen Linie archaischer Gefässe, die Menschliches und Erdiges nicht trennen: Sie sind schlicht, aber nicht neutral; still, aber nicht stumm. Sie halten, was wir nicht festhalten können – und geben es der Erde zurück, ohne Pathos, ein Trostversprechen, nur mit Ernsthaftigkeit und Form.
Unser Angebot
... Bleibsel
ein Stück Schlafende Erde in die Hand nehmen
Individuelle Urnen
Wenn Sie für sich oder eine/n Angehörigen eine individuell für die Person hergestellte Urne haben möchten, ist diese Option für Sie.
Individuelle Schlafende Erde
Auf Wunsch fertigen wir Urnen – eine Schlafende Erde als Einzelstück an – persönlich, zurückhaltend und mit grosser Sorgfalt. Am Anfang steht ein Gespräch: Wir hören zu, fragen nach, sammeln Hinweise zu Person, Ort, Material, Atmosphäre. Aus diesem Austausch entsteht eine Skizze zur Abnahme, eine künstlerische Orientierung.
Im Anschluss arbeiten wir eigenständig im Atelier. Die Urne wird von den Künstlerinnen als Unikat geformt, gebrannt und – je nach Entwurf – mit lokalem Holz geschmaucht. Nach dem Gespräch kann der Prozess nicht weiter gesteuert oder korrigiert werden: Das Werk entsteht aus Vertrauen in die Hand, das Material und die Zeit.
Sollte das fertige Stück wider Erwarten nicht passen, erhalten Sie stattdessen eine Urne aus unserem regulären Angebot.
Die Produktionszeit für diese hoch exklusiven Einzelstücke beträgt 14 Tage – 2 Monate.



